Von der Unternehmensberaterin zur Yoga-Lehrerin

Von der Unternehmensberaterin zur Yoga-Lehrerin

Kurz vor der nächsten Stunde herrscht eine angenehme Stimmung bei Butterfly Yoga, dem Studio von Kathrin Kelz. Die Menschen, die ihre Schuhe abstreifen, Richtung Umkleide oder Küche gehen, scheinen sich zu kennen, die Freude auf die bevorstehende Stunde ist ihnen anzusehen. Wir treffen die ausgebildete Yoga-Lehrerin und ehemalige Unternehmensberaterin Kathrin Kelz in der kleinen Teeküche des Studios.

Die kommende Stunde hält sie gar nicht selbst, sondern eine der Lehrerinnen aus dem Team von Butterfly Yoga. „Als ich Anfang 2009 einfach so mein eigenes Studio aufgemacht habe, sah das noch anders aus. Alleine, etwas sorgenvoll, dennoch sehr optimistisch und stolz auf das Erreichte.“ Der Erfolg stellte sich ungefähr nach zwei Jahren ein: sie hatte sich einen Kundenstamm aufgebaut, sich auf dem Markt etabliert und war jetzt neben Lehrerin auch zufriedene Chefin geworden.

Ins neue Leben gestolpert

Als wir sie nach der Zeit vor diesem Neuanfang fragen, erzählt sie offen davon, wie schlecht es ihr damals ging. Sie suchte einen Ausgleich und fand ihn im Yoga. Zu dieser Zeit arbeitet sie noch als Unternehmensberaterin, über Yoga „stolperte“ sie mehr oder weniger zufällig. Sie fing jedoch sehr schnell Feuer und begann eine Ausbildung zur Lehrerin – damals noch ohne das Ziel, daraus eine neue Karriere zu formen. „Die Ausbildung war mein Rückzugsort in einer sehr schwierigen Zeit“, erzählt sie. Während wir ihr zuhören, fällt es uns schwer, die kraftvolle und selbstsichere Frau mit der Person aus ihrer Erzählung in Verbindung zu bringen. Sie lacht viel, ist sehr aufmerksam und zugewandt. „Das war damals anders. Ich habe mich fehl am Platze gefühlt, schon während meines BWL-Studiums hatte ich das Gefühl, dass ich das eigentlich gar nicht machen will. Vielleicht habe ich es eher meinen Eltern zuliebe getan“, erzählt Kelz. Die Veränderung in die Frau, die sie heute ist, habe lange gedauert: „Verantwortlich zu werden für mein eigenes Leben, mein Ding machen, das war ein Prozess, über den ich heute sehr glücklich bin.“ Und sie fügt nach kurzer Pause hinzu: „Die Tage, an denen ich auf der Arbeit gelitten habe, die vielen Zweifel und das Gefühl, dass immer nur die anderen Schuld waren, das alles war wohl nötig, um zu erkennen, dass einzig und allein ich etwas daran ändern kann.“ In dieser Zeit zeigte auch ihr Körper deutlich, dass eine Grenze überschritten war, sie hatte ständig Schmerzen und war krank.

Ich habe selber einiges durchgemacht. Aber genau aus dieser Erfahrung schöpfe ich heute die Kraft für meine Arbeit.

Radikaler Schnitt

Auf die Frage, welche Bedeutung für sie hinter dem Namen „Butterfly Yoga“ steht, lächelt sie: „Der Schmetterling ist das Symbol für mein Leben. Veränderung ist möglich, man muss nur an sich selbst glauben!“ Für sie bedeutete das, sich aus einer Beziehung und einem Beruf zu lösen, mit denen sie sich nicht wohl fühlte, und ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Sie ist von München nach Bonn gezogen, hat einen radikalen Schnitt gemacht und sich neu erfunden. Ihre Expertise in Betriebswirtschaft und Marketing hat sie genutzt, um ihre Selbständigkeit aufzubauen. „Den nötigen Rückhalt für den Berufswechsel habe ich aber von meinem neuen Mann und auch von meinem Vater bekommen, der mich wirklich gecoacht hat in der Zeit.“ Am Anfang der Selbständigkeit war es eher ein Ausprobieren, berichtet sie: „Ich habe dann schnell gemerkt: das passt zu mir. Da ich Gründunszuschuss bekommen habe, hatte ich auch etwas Zeit zum Ausprobieren: will ich mehr Coach sein, freie Yoga-Lehrerin oder wirklich mein eigenes Studio eröffnen?“

Türen öffnen

Wir sprechen sie auf ein Zitat von ihrer Homepage an: „Mit der Yoga-Praxis nicht nur den Körper gesund und schön halten, Entspannung und Zufriedenheit finden, sondern vor allem Freude an der persönlichen Entfaltung entdecken. Menschen auf diesem Weg zu begleiten, bewegt mich jeden Tag aufs Neue.“ Wir fragen Kathrin Kelz, wie sie heute auf die Zeit schaut, als sie selber noch auf der Suche war. „Ich habe selber viel durchgemacht, aber genau aus dieser Erfahrung schöpfe ich heute die Kraft für meine Arbeit.“ Als sie das sagt, strömen die Yoga-Schüler aus dem Übungsraum, manche in sich gekehrt, andere fröhlich plaudernd. Ab und zu bleibt jemand stehen, um ein paar Worte mit der Studio-Leiterin zu wechseln. Wir wollen noch wissen, ob  Sie eine Botschaft hat, die sie weitergeben möchte. „Ich will andere Menschen ermutigen, herauszufinden, wer sie wirklich sind“,   antwortet sie. „Mir hat Yoga auf diesem Weg sehr geholfen. Ich hoffe, dass wir bei  Butterfly Yoga  auch anderen diese Tür öffnen können.“

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