Probieren statt studieren. Oder warum wir mehr als ein Berufsleben haben sollten.

Probieren statt studieren. Oder warum wir mehr als ein Berufsleben haben sollten.

In diesem Gastbeitrag erklärt Descape Mit-Gründerin Lena Felixberger, warum man seinen Traumjob unbedingt mal testen sollte und wie das auch ohne Kündigung und Risiko möglich ist.

Vor zwölf Jahren arbeitete ich als Friseurin in einer bayerischen Kleinstadt. Heute bin ich Entrepreneur in Berlin, im Sommer habe ich hier ein Start-Up namens Descape gegründet. Was war in der Zwischenzeit geschehen? Ich habe meine Komfortzonen verlassen, bin immer wieder aus bekanntem Terrain weitergezogen und habe das Neue gewagt. Am Anfang war die Neugier. Schon in der Schulzeit hatte ich keine Schwierigkeiten, die Frage „Was willst du einmal werden?“ zu beantworten. Gab es doch so viele spannende Berufe! Mein Interesse für die Theaterwelt und der Wunsch, Maskenbildnerin zu werden, führten mich zu meiner ersten Ausbildung. Als sich der vermeintliche Traumjob als wenig traumhaft herausstellte, wollte ich mich neu orientieren.

Mit Anfang 20 auch noch gesellschaftlich akzeptiert, entschied ich mich auf dem zweiten Bildungsweg für ein Grafikdesign-Studium. Aber auch dann hörte ich nicht auf, meine eigenen Träume immer wieder dem Praxistest zu unterziehen – und statt Designerin wurde ich nach abgeschlossenem Studium Texterin. Mein Beruf hat mir in den folgenden Jahren viel Spaß gemacht. Ich habe tolle Menschen und Städte kennengelernt, spannende Projekte realisiert und konnte viel lernen. Und trotzdem war für mich klar: mit Descape wage ich noch mal etwas ganz Neues.

Descape: Wo man Job-Träume testen kann

Ich glaube, damit bin ich nicht alleine. Viele Menschen träumen von anderen Berufen, neuen Herausforderungen oder auch nur einer anderen Stadt. Die wenigsten folgen diesen Träumen konsequent genug. Deshalb habe ich Descape gegründet: hier kann man den Traumjob erst mal testen, indem man ihn einige Tage ausprobiert. Nicht unter Laborbedingungen, sondern bei echten Menschen, in echten Betrieben, in denen auch die Schattenseiten eines Jobs sichtbar werden. Authentizität statt Adventure.

Viele der Anbieter bei Descape haben selbst erst im zweiten Anlauf zum Traumjob gefunden: Da ist ein Islamwissenschaftler, der Imker wurde. Oder eine Pferdetherapeutin, die in ihrem früheren Leben BWL studiert hatte. Was sie alle verbindet, ist die Leidenschaft für ihren Beruf und die Dankbarkeit, ihre Berufung gefunden zu haben. Das macht sie zu inspirierenden Gesprächspartnern und ich kann nur jedem empfehlen, einen kleinen Ausflug in einen anderen Beruf zu wagen. Es muss ja nicht für immer sein!

Über die Autorin:

Lena Felixberger ist ein klassischer „Descaper“: Nach einer handwerklichen Ausbildung entschied sie sich für ein Studium in Grafikdesign – um später doch Texterin zu werden. Nach Jahren in der Agenturwelt trieb sie die Frage um: was kommt da noch? Daraus wurde eine Geschäftsidee. Und noch einmal ein neuer Beruf: Unternehmerin.

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